12.07.2021, Tamara Rebmann

Erstinstallationen mit simalube und deren Tücken

Von der manuellen zur automatischen Schmierung mit dem simalube Einzelpunktschmierstoffgeber – eine Umstellung, die sich lohnt! Doch was muss dabei beachtet werden? Welche Herausforderungen gibt es?

So einfach es klingen mag und so simpel die simalube Schmierstoffspender in ihrer Anwendung auch sind, gibt es dennoch gewisse Punkte, die bei einer Erstinstallation unbedingt beachtet werden müssen, um eine einwandfreie und kontinuierliche Schmierung zu gewährleisten.

Lager seit Jahren im Einsatz

Bild 1

Bild 1: Dieses Lager hätte mit simalube geschmiert werden sollen, funktionierte aber nicht. Grund dafür ist ein komplett kontaminiertes, oxidiertes Lager, das seit Jahren so im Einsatz war, lange bevor mit simalube geschmiert wurde.

Oft sind uns die Lebensumstände eines Wälzlagers unbekannt und nicht selten wurden die Lager gar seit Jahren nicht gewechselt, sodass niemand genau weiss, ob die Lager wirklich regelmässig und mit dem richtigen Schmierstoff geschmiert wurden. Auch wissen wir in vielen Fällen nicht, wie das Wälzlager von innen aussieht. Hat es bereits Abnützungen? Sind alte Fettrückstände vorhanden, die das Lager zusätzlich beanspruchen und gegebenenfalls sogar überhitzen können?

In solchen Situationen ist es schwierig mit einer automatischen Schmierung ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Umso wichtiger ist es, offen mit den Kunden über diese Herausforderungen zu sprechen. Bei «alten» Lagern ist es unabdingbar, die Schmierleitungen mit der Fettpresse von Hand gut durch zuschmieren. Damit wird sichergestellt, dass der simalube ohne Gegendruck arbeiten kann. Sollte es dennoch plötzlich zu Stillständen kommen, weil das Wälzlager zufälligerweise nun doch das Lebensende erreicht hat, ist sich der Kunde dessen von Anfang an bewusst.

Vorschmieren der Komponenten

Den meisten Anwendern ist bekannt, dass lange Schläuche und Schmierleitungen mit dem gleichen Schmierstoff vorgeschmiert werden müssen, wie der automatische Schmierstoffgeber simalube appliziert. Oft werden jedoch kleinere Komponenten wie Schmiernippel, Bögen und Verlängerungsstücke vergessen, was zwar nicht tragisch ist für die Komponenten, jedoch dazu führt, dass der Schmierstoff länger braucht, bis er im Lager ist, wo er eigentlich benötigt wird. Sind alle Komponenten vorgeschmiert und bereits mit Schmierstoff gefüllt, wird dieser Prozess massiv verkürzt.
Ergänzen: Das Vorschmieren der Leitungen und Schmierstellen mit der manuellen Fettpresse muss ohne Kraftaufwand möglich sein. Muss der Schmierstoff mit grossem Kraftaufwand appliziert werden, so muss der Spender gar nicht erst montiert werden. Der Gegendruck ist zu hoch.
Auch der simalube IMPULSE Druckverstärker sollte jeweils vorgeschmiert werden, um sicherzustellen, dass der Schmierstoff schnellstmöglich an die zu versorgende Stelle gelangt. Wie die Befüllung des IMPULSE Druckverstärkers genau funktioniert, zeigt das folgende Animationsvideo:

simalube richtig installieren

Bild 2

Bild 2: Der Schmierstoff hat sich während der Betriebszeit separiert - Rückstände des Verdickers bleiben im Spender zurück, der Spender entleert sich nicht vollständig.

Der simalube Schmierstoffgeber ist einfach in der Anwendung und beinahe selbsterklärend. Nichts also, wovor man sich fürchten muss. Dennoch ist es gerade bei der Erstinstallation wichtig, Schritt für Schritt durch die wichtigsten Installationsschritte zu gehen. Potenzielle Gefahren, die eine Installation mit einem automatischen Schmiersystem beeinträchtigen können, sind u.a. Vibrationen, übermässige Hitze (> +55°C) sowie zu tiefe Temperaturen (< -20°C). Aber auch ein zu hoher Gegendruck, ausgelöst durch zu lange und/oder schmale Schmierleitungen oder durch die Anwendung selbst, können dazu führen, dass die Schmierstoffspender nur eingeschränkt oder gar nicht funktionieren. In diesem Fall entleert sich der Spender nicht komplett, sondern nur teilweise und die Schmierstelle wird nicht mit der gewünschten Schmiermenge versorgt. Bei Anwendungen, die zuvor unregelmässig und manuell von Hand geschmiert wurden, entsteht hier wahrscheinlich kein zusätzlicher Schaden. Allerdings gibt es auch sensible Anwendungen, die auf eine punktgenaue Schmierung angewiesen sind. Hier ist es umso wichtiger, kontinuierlich die korrekte Menge Schmierstoff zu applizieren. Ein Ausfall eines automatischen Schmierstoffspenders könnte hier einen grossen Schaden am Lager verursachen.

Bild 3

Bild 3

Bei einer Erstinstallation mit einem automatischen Schmiersystem ist man sich oft nicht sicher, wie eine optimale Installation aussehen soll. Kommen dann noch verschiedene Herausforderungen auf einen zu, wie z.B. enge Platzverhältnisse und raue Umgebungsbedingungen, wie hohe Luftfeuchtigkeit, Staub, Späne, Chemikalien, usw., können sich Erstinstallationen als scheinbar unlösbare Probleme darstellen. Hier gilt: nicht verzagen, simatec fragen!


Bildbeschreibung 3: Bei mehr als 10 bar Gegendruck kann der simalube IMPULSE den Schmierstoff nicht mehr in die Schmierstelle fördern. Dennoch produziert die Gasentwicklungszelle Gas und baut einen Druck auf. Wird der Spender demontiert, tritt das rückgestaute Fett aus.

Bild 4

Bild 4

Auch wenn es nicht für jede Anwendung eine Standardlösung gibt, so haben wir in der Firma simatec mit unseren Partnern weltweit bereits Millionen von simalubes erfolgreich bei Kunden installiert und für verschiedenste Schmierprobleme Lösungen finden können. Gerade bei speziellen Anwendungen mit schwierigen Bedingungen ist es daher wichtig, die Erstinstallation in regelmässigen Abständen zu kontrollieren.



Bildbeschreibung 4: Lange, nach oben montierte Schmierleitungen in einer heissen Umgebung (Verbrennungsofen in einem Sägewerk) führen zur Ausblutung des Schmierstoffs und letztlich zu verstopften Schmierleitungen. Das Lager wird nicht mehr mit Schmierstoff versorgt. Hohe Umgebungstemperaturen können auch zu Deformierungen des Spenders führen.

Nach der ersten erfolgreichen Entleerung kann man davon ausgehen, dass die Installation gut funktioniert und, falls keine unvorhergesehenen Probleme auftreten, auch unbeaufsichtigt laufen gelassen werden kann.
Wie die Erstinstallation richtig gemacht wird, zeigen wir hier.

Der richtige Schmierstoff ist ebenso wichtig, wie eine korrekte Installation

Eine Installation kann nur dann störungsfrei funktionieren, wenn alle Parameter stimmen. Dazu gehört nicht nur das richtige Zubehör, sondern auch der richtige Schmierstoff. Bei Lagern, die bis anhin von Hand geschmiert wurden und Spezialschmierstoffe benötigen, muss vor der Umstellung auf automatische Schmierstoffgeber abgeklärt werden, ob der Schmierstoff in solchen Schmiersystemen überhaupt funktioniert. Denn je nach Schmierstoff kann es bei der Anwendung in automatischen Schmiersystemen, wie dem simalube Einzelpunktschmiersystem, zur Ausblutung (Verdicker und Öl trennen sich) kommen, was dazu führt, dass sich die Schmierstoffkartusche nicht vollständig entleeren kann. Die Seife, die eigentlich dazu da wäre, das Öl an die richtige Stelle zu transportieren, bleibt als Rückstand im Spendergehäuse zurück. Die Schmierstelle selbst wird nicht ausreichend mit Schmierstoff versorgt, was wiederum zu Lagerausfällen führen kann. Es ist also wichtig abzuklären, ob Schmierstoffe, die nicht bereits erfolgreich in anderen Schmiersystemen benutzt wurden, überhaupt für Schmierstoffspender geeignet sind. Die Firma simatec führt solche Tests im Labor in Wangen an der Aare durch. Getestet wird ein Schmierstoff jeweils in 3 verschiedenen Einheiten und unter verschiedenen Bedingungen. Bei Raumtemperatur auf 1 Monat eingestellt, bei Raumtemperatur auf 3 Monate eingestellt und bei 55°C Umgebungstemperatur auf 1 Monat eingestellt. Die Resultate werden in einem Referenzbuch zusammengefasst und gesammelt. Das Referenzbuch umfasst bereits eine grosse Anzahl getesteter Schmierstoffe und wird laufend erweitert.
Die folgenden Bilder zeigen die Testresultate eines Schmierstoffs auf allen 3 Ebenen. Dieser Schmierstoff wurde aufgrund seiner veränderten Konsistenz auf den verschiedenen Ebenen als «bedingt einsetzbar» deklariert, was bedeutet, dass der Schmierstoff für kurze Einsatzzeiten von 1 Monat und bei Raumtemperatur (20°C) in simalube Schmierstoffkartuschen einwandfrei funktioniert, bei höheren Temperaturen und bei längeren Einsatzzeiten jedoch ausblutet und für solche Anwendungen nicht empfohlen wird.
Noch wichtiger als das Ausbluten ist, ob der Spender leer wird. Deshalb wird nach jedem Test auch immer noch der Kolbenstand notiert.

Bildbeschreibung 5:
125 ml Spender mit Einstellung 1 Monat bei Raumtemperatur. Resultat: leichte Ausblutung.
Bildbeschreibung 6:
125 ml Spender mit Einstellung 3 Monate bei Raumtemperatur. Resultat: mittlere Ausblutung.
Bildbeschreibung 7:
125 ml Spender mit Einstellung 1 Monat bei 55 °C. Resultat: starke Ausblutung.

Was tun, wenn doch mal was schiefläuft?

Solange Erstinstallationen gut beobachtet und kontrolliert werden, kann es zu keinen grossen Schäden kommen, auch wenn sich ein erster Lösungsansatz als nicht geeignet herausstellt. Wichtig ist, dass dokumentiert wird, wie sich eine Schmierstelle oder eine Maschine seit der Erstinstallation verhält (veränderte Geräusche, unbekannte Gerüche, visuelle Veränderungen, etc.). Auch der Spender selbst kann Hinweise dazu geben, warum eine Installation nicht funktioniert. Ein Beispiel hierzu: bei einem Spender mit Einstellung auf 2 Monate hat sich der Kolben noch kaum bewegt, beim Entfernen des Spenders läuft nun der rückgestaute Schmierstoff raus. Hier zeigt sich, dass der Schmierstoffgeber zwar einwandfrei funktionieren würde, aber nicht genügend Druck hat, um den Schmierstoff in die Schmierstelle zu befördern. Fazit: der Gegendruck ist zu hoch. In diesem Fall muss die Ursache ermittelt werden. Am besten im Ausschlussverfahren. Zuerst sollte die Schmierleitung, falls vorhanden, von der Schmierstelle getrennt werden. Danach kann zuerst die Schmierstelle und danach die Leitung kontrolliert werden. Beides sollte mit der Fettpresse ohne Kraftaufwand durchgeschmiert werden können. Grundsätzlich soll der Spender, wenn immer möglich, direkt an der Schmierstelle montiert werden. Ist eine Schmierleitung zwischen Spender und Schmierstelle erforderlich, so muss die Leitung immer so lang wie nötig aber auch so kurz wie möglich sein, um unnötigen Gegendruck zu vermeiden. Auch sollten Winkelverschraubungen möglichst vermieden werden und der Innendurchmesser der Leitung respektive des Schlauches sollte min. 6 mm betragen. Eine Verkleinerung des Leitungsquerschnitts sollte, wenn nicht vermeidbar, erst direkt an der Schmierstelle eingebaut werden. Falls die Schmierstelle auch mit der Fettpresse nicht durchgeschmiert werden kann, muss das Lager freigelegt und überprüft werden. Bei längeren Schmierleitungen bis 4 m Länge kann auch der simalube IMPULSE Druckverstärker (max. 10 bar) bereits zum gewünschten Resultat führen.
Bei Fragen zu Installationen und Schmierstoffen sowie Unsicherheiten bei Erstanwendungen ist unser Team gerne für Sie da. Dank verschiedener Fotos, Videos und ausführlichen Informationen zur Schmierstelle können Tipps auch aus der Ferne abgegeben werden. Mit unserem weltweiten Vertriebsnetz stellen wir zudem sicher, dass wir möglichst nahe am Kunden sind. Finden Sie Ihren Händler vor Ort hier.

Tamara Rebmann

Tamara Rebmann

Tamara Rebmann arbeitet seit 2012 bei der simatec ag. Ihr Werdegang begann im Verkaufinnendienst, bevor sie im Oktober 2018 ins Verkaufsteam wechselte als Global Sales Support Manager. Seit Juni 2020 ist sie als Area Sales Manager tätig und betreut die Partner aus den Ländern Skandinaviens, Südafrika, Asien, Griechenland, Slowenien und Israel.

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